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Wenn Pilzinfektionen einfach nicht verschwinden wollen: Die versteckten Herausforderungen von Dermatophyteninfektionen

Wenn Pilzinfektionen einfach nicht verschwinden wollen: Die versteckten Herausforderungen von Dermatophyteninfektionen

Anhaltende Infektionen der Haut, der Haare oder der Nägel sind mehr als nur ein Ärgernis – sie könnten auf ein tiefer liegendes, sich verschärfendes Problem bei der Behandlung von Infektionskrankheiten hindeuten. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass bis zu 25 % der Weltbevölkerung von Dermatophyteninfektionen betroffen sind, was diese zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten zählt.[1][2]

Die üblichen Verdächtigen

Die meisten Fälle werden von nur zwei Ursachen ausgelöst:

  • Trichophyton rubrum — Diese Art ist schätzungsweise für 50–90 % der Infektionen weltweit verantwortlich. Sie führt häufig zu chronischen Haut- und Nagelerkrankungen und verbreitet sich leicht durch direkten Kontakt oder gemeinsam genutzte Gegenstände.
  • Trichophyton interdigitale — Der zweithäufigste Dermatophyt, der insbesondere mit Fußpilz und anderen Haut- oder Nagelinfektionen in Verbindung gebracht wird. Er kommt sowohl bei Menschen als auch bei Tieren vor.[2]

Zunehmende Resistenzen und diagnostische Hürden

Der Hauptverursacher der aktuellen Krise im Bereich der Antimykotika-Resistenz ist Trichophyton indotineae (auch bekannt als Trichophyton mentagrophytes Typ VIII), eine neu auftretende Art, die für ihre weit verbreitete Resistenz gegen Terbinafin, eines der am häufigsten verwendeten Antimykotika, bekannt ist. Ursprünglich auf dem indischen Subkontinent identifiziert, hat sich
‍T. indotineae rasch weltweit ausgebreitet und verursacht schwer zu behandelnde, wiederkehrende Infektionen, bei denen Standardtherapien oft versagen.

Dieses Problem der Resistenz breitet sich nun auch auf andere wichtige Dermatophytenarten aus, darunter Trichophyton rubrum und Trichophyton interdigitale, was die Herausforderungen bei der Behandlung weltweit verschärft. Die herkömmliche Diagnostik hat Mühe, Schritt zu halten, was eine wirksame Behandlung verzögert und zur erheblichen wirtschaftlichen Belastung durch Pilzinfektionen beiträgt, wobei allein die Dermatophytose in den USA jährlich für über 1,3 Milliarden US-Dollar an ambulanten Behandlungskosten verantwortlich ist. [3][4][5]

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Literatur

1) Barac A, Stjepanovic M, Krajisnik S, Stevanovic G, Paglietti B, Milosevic B. Dermatophyten: Aktuelles zu klinischer Epidemiologie und Behandlung. Mycopathologia. 21. November 2024;189(6):101. doi:10.1007/s11046-024-00909-3. PMID: 39567411.   https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39567411/

2) Martinez-Rossi, N.M.; Peres, N.T.A.; Bitencourt, T.A.; Martins, M.P.; Rossi, A. Aktueller Stand zu Dermatophyteninfektionen: Epidemiologische Aspekte, Pathophysiologie und Resistenzmechanismen. J. Fungi 2021, 7, 629. https://doi.org/10.3390/jof7080629

3) Saunte DML, Hare RK, Jørgensen KM, Jørgensen R, Deleuran M, Zachariae CO, Thomsen SF, Bjørnskov-Halkier L, Kofoed K, Arendrup MC 2019. Aufkommende Terbinafin-Resistenz bei Trichophyton: Klinische Merkmale, Mutationen im Squalen-Epoxidase-Gen und eine zuverlässige EUCAST-Methode zum Nachweis. Antimicrob Agents Chemother 63:10.1128/aac.01126-19. https://doi.org/10.1128/aac.01126-19

4) Mechidi P, Holien J, Grando D, Huynh T, Lawrie AC. Neue Resistenzquellen gegen Terbinafin entdeckt und Modellierung der Squalenepoxidase im Dermatophytenpilz Trichophyton interdigitale aus Australien. Mycoses. September 2024;67(9):e13795. doi:10.1111/myc.13795. PMID: 39304967.

5) Benedict K, Gold JAW, Chiller T, Lyman M. Wirtschaftliche Belastung durch Pilzerkrankungen in den Vereinigten Staaten. Med Mycol. 5. Juni 2025; 63(6):myaf049. doi: 10.1093/mmy/myaf049. PMID: 40455586; PMCID: PMC12281149.

Veröffentlicht am:

22. September 2025