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Von Resistenz bis KI: Wichtige Trends in der Pilzdiagnostik, die sich aus TIMM 2025 abzeichnen

Vom Widerstand bis zur KI: Wichtige Trends in der Pilzdiagnostik, die sich aus der TIMM 2025 abzeichnen

Die Konferenz „Trends in Medical Mycology (TIMM) 2025“ in Bilbao brachte Experten aus aller Welt zusammen, um die neuesten Entwicklungen im Umgang mit Pilzerkrankungen zu erörtern. Von Leitlinien bis hin zu Fallstudien erwies sich die molekulare Diagnostik durchweg als Grundlage für den Fortschritt – sie dient als Leitfaden für die Behandlung, unterstützt den verantwortungsvollen Umgang mit Medikamenten und prägt die Überwachungsstrategien bei invasiven Pilzinfektionen.

Eine Botschaft war klar: Die moderne molekulare Diagnostik spielt nicht mehr nur eine Nebenrolle – sie ist von zentraler Bedeutung für das verantwortungsvolle Einsatzmanagement von Antimykotika, die Überwachung von Resistenzen und die Behandlungsergebnisse der Patienten.

Hier sind einige wichtige Erkenntnisse, die unser wissenschaftliches Team auf der TIMM 2025 gewonnen hat und die die Laborpraxis und die klinische Entscheidungsfindung in den kommenden Jahren beeinflussen werden

1. Kombinierte Diagnostik rückt in den Mittelpunkt

In den ersten Sitzungen zu den globalen Leitlinien für Aspergillus und Candida auris wurde erneut deutlich, dass kein einzelner Test für sich allein ausreicht. Die Experten betonten, dass eine Kombination aus Kultur, Biomarkern (BDG, GM), Histopathologie, Bildgebung und molekularen Verfahren erforderlich ist, um die diagnostische Sicherheit zu erhöhen und Infektionen früher auszuschließen.

  • Es wurde empfohlen, mehrere BDG-positive Befunde heranzuziehen, um die Spezifität zu verbessern und eine Überbehandlung zu vermeiden.
  • Die PCR spielt nach wie vor eine zentrale Rolle als Testverfahren für die Labordiagnose von Pilzinfektionen, insbesondere in Kombination mit mikroskopischer Untersuchung und Kultur. Die Forderungen nach einer weltweiten Harmonisierung der PCR-Methoden spiegelten das Bestreben nach einer laborübergreifenden Standardisierung wider.

Dr. Lewis White (leitender klinischer Wissenschaftler bei Public Health Wales Microbiology, Cardiff) wies darauf hin, dass die Diagnose invasiver Pilzinfektionen (IFI) in den meisten Fällen nicht eindeutig ist, wenn sie auf einem einzigen Test basiert. Stattdessen stützen sich Ärzte auf ein Mosaik aus verschiedenen Indizien: Mykologie, Bildgebung, Wirtsfaktoren und klinisches Erscheinungsbild. Neue Ansätze des maschinellen Lernens können dabei helfen, diese verschiedenen Inputs abzuwägen und übereinstimmenden sowie widersprüchlichen Ergebnissen einen Wert zuzuweisen. Dieser Proof-of-Principle deutet auf eine Zukunft hin, in der KI Ärzte unterstützt, indem sie Testergebnisse und klinisches Risiko in klarere, evidenzbasierte Klassifikationen von IFI integriert.

Diese Diskussionen stehen im Einklang mit der bestehenden Rolle standardisierter, validierter molekularer Testpanels, die bereits in der Routinediagnostik verfügbar sind, und helfen Laboren dabei, Ergebnisse zu harmonisieren und Abweichungen zu verringern.

2. Die Resistenz gegen Antimykotika rückt in den Fokus

Ein immer wiederkehrendes Thema war die zunehmende Herausforderung durch Resistenzen gegen Antimykotika, insbesondere bei Dermatophyten und invasiven Pilzerkrankungen:

  • Die CEDAR-Studie (Kopenhagen) berichtete, dass SQLE-Mutationen nach wie vor die Hauptursache für die Terbinafin-Resistenz bei Trichophyton indotineae (95,5 % der Isolate) und T. rubrum (62,5 %) sind.
  • Belgische Überwachungsdaten bestätigten, dass T. indotineae mittlerweile in Europa zirkuliert (Prävalenz von 5,8 %), wobei die Resistenzraten gegenüber Terbinafin bei über 80 % liegen. Auch Azol-Resistenzmechanismen, wie beispielsweise CYP51B-Duplikationen, wurden erörtert.
  • Bei Aspergillus fumigatus gelten Resistenztests (Azol, Echinocandin) mittlerweile als unerlässlich, sobald ein klinischer Verdacht besteht.
  • Die Zahl der Fälle vonCandidozyma (Candida) auris nimmt in mehreren europäischen Ländern weiter zu, weshalb das ECDC zu verstärkten Vorsorgeuntersuchungen, einer verbesserten Meldepraxis und einer besseren Laborbereitschaft aufruft.
Die Bedeutung der Resistenz-Assays von PathoNostics wurde auf der TIMM erneut unterstrichen, was den Bestreben entspricht, Resistenztests nicht nur in Referenzlabors, sondern auch in die Routinediagnostik zu integrieren:

Gemeinsam tragen diese Echtzeit-PCR-Kits direkt zur Bewältigung der wachsenden Herausforderung der Resistenz gegen Antimykotika bei und unterstützen einen zeitnahen, verantwortungsvollen Umgang mit diesen Medikamenten.

Die Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (PJP) stand im Mittelpunkt der Diagnostik. Daten des CHU UCL Namur (Belgien) zeigten:

  • Der BAL-PCR-Test erreichte eine Sensitivität und Spezifität von 100 % (Ct 30, Cut-off 6367 Kopien/ml).
  • Der BDG-Serumwert wies eine hohe Sensitivität, aber eine geringere Spezifität auf, was seinen Wert eher als schnelles Zusatzinstrument denn als eigenständiges Instrument unterstreicht.

Ergebnisse wie diese bestätigen die Bedeutung molekularer Diagnostik bei invasiven Pilzinfektionen, die schwer zu diagnostizieren sind. PneumoGenius®unterstützt beispielsweise direkt den schnellen, quantitativen Nachweis von P. jirovecii und ermöglicht es Ärzten, bei immungeschwächten Patienten rasch zu handeln. 

4. Regionale und epidemiologische Erkenntnisse

  • Die Prävalenz von Tinea capitis ist in Teilen Afrikas nach wie vor auffallend hoch (bis zu 61 % der Schulkinder in Guinea), was erhebliche soziale Auswirkungen auf die Bildung und die soziale Inklusion hat. Eine genaue Diagnose auf Artenebene ist für die Überwachung und für Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit unerlässlich.
  • In Österreich wies Prof. Cornelia Lass-Flörl auf die ungewöhnliche Epidemiologie von Aspergillus terreus in Tirol hin, wo dieser im Vergleich zu anderen Regionen nach wie vor überproportional häufig vorkommt und resistent ist.
  • Mehrere Redner betonten den One-Health-Ansatz und wiesen darauf hin, dass Klimawandel, Urbanisierung und Umweltbelastungen als Auslöser für neue Pilzbedrohungen gelten.
Die Betonung der Epidemiologie und Überwachung steht im Einklang mit der Rolle von Multiplex-PCR-Tests wie DermaGenius® Complete, die Erkenntnisse auf Artenebene zu Dermatophyten liefern, und CandidaGenius®, einem gezielten Screening-Test für Candida auris. Beide tragen zur Früherkennung und verbesserten Überwachung neu auftretender Pilzbedrohungen bei.

5. Die Richtung: Integration und verantwortungsvoller Umgang

Das übergreifende Thema der TIMM 2025 war nicht nur die Validierung einzelner Assays, sondern auch deren Einbindung in diagnostische Algorithmen, die das verantwortungsvolle Umgang mit Antibiotika direkt unterstützen.

  • Eine diagnostikgestützte Antimykotika-Stewardship reduziert unnötige Behandlungen, senkt die Kosten und verbessert die Überlebensrate.
  • KI und digitale Tools versprechen einen Mehrwert, indem sie die Befundung standardisieren und die überlasteten klinischen Teams entlasten.
  • Zu den zukünftigen Ausrichtungen gehören die cfDNA-PCR für Aspergillus, der breitere Einsatz von Multiplex-Resistenzpanels sowie die Ausweitung der Diagnostik auf Point-of-Care-Formate.
Die TIMM 2025 ließ keinen Zweifel daran: Die Diagnostik ist das Herzstück der modernen Mykologie. Von den Herausforderungen der weltweiten Überwachung bis hin zu den vielversprechenden Möglichkeiten der KI beleuchtete die Konferenz sowohl Fortschritte als auch noch bestehende Defizite.

Wir bei PathoNostics verstehen uns als Teil dieses umfassenden Ökosystems – wir orientieren uns an den wissenschaftlichen Erkenntnissen, tauschen Wissen aus und unterstützen Labore weltweit mit präzisen, schnellen und klinisch relevanten Diagnosetools. Unser Portfolio umfasst sowohl den Nachweis auf Artenebene als auch die Identifizierung wichtiger Resistenzmarker und hilft Laboren dabei, präzise und nützliche Diagnosen für die Patienten zu erstellen, die diese am dringendsten benötigen.

Weitere Informationen zu unseren Diagnoselösungen finden Sie auf der Seite „Produkte“ unserer Website.

Veröffentlicht am:

7. Oktober 2025